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Hecken

Vom Nutzen der Naturhecke
Neuanpflanzung von Hecken
Heckenpflege

Vom Nutzen der Naturhecke

Hecken

Hecken erfüllen vielfältige Funktionen in der Natur. Naturhecken prägen und strukturieren unsere Landschaften wie kein anderes Landschaftselement. Daneben sind Hecken ein wichtiger Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Aber auch der Mensch profitiert in vielfältiger Weise von der Hecke.


Die Hecke in der Landwirtschaft

Hecken beanspruchen landwirtschaftliche Nutzfläche und können die heute übliche Bewirtschaftung mit großen Maschinen behindern, wenn sie ungünstig stehen. Aber immer mehr Landwirte erkennen auch die großen Vorteile, die Hecken in landwirtschaftlichen Flächen bieten, wenn sie richtig gepflanzt wurden.
An exponierten Standorten bieten Hecken, die quer zur Hauptwindrichtung stehen, einen wirksamen Wind- und Kälteschutz. In Viehweiden schützen sie das Vieh vor allzu starker Sonne und Regen. An Hängen verhindern Hecken Erosion, indem sie das Abschwemmen von Boden aufhalten.
Und schließlich können quer zur Talrichtung gepflanzte Hecken auch eine Hochwasservorsorge bieten, indem sie bei starken Regengüssen die Versickerung von Regenwasser in den Boden fördern.

Die Hecke im Haushalt

Traditionell haben Hecken eine große Rolle im Haushalt gespielt, als Holzlieferant und als Lieferant von Blüten und Beeren für die Hausapotheke und die Speisekammer.
Auch wenn kaum noch jemand seine Werkzeuge selber fertigt oder Körbe flicht und nur wenige Brennholz aus Hecken verfeuern, interessieren sich heute wieder mehr Menschen für Naturheilkunde und selbst hergestellte Lebensmittel aus der Natur.
Zahlreiche Heckenarten haben heilkräftige Blüten oder Früchte. So helfen die Bitterstoffe in den Schlehenbeeren einem kranken Magen und Hagebutten oder Holunderblütentee beugen Erkältungen vor. Auch zu Säften, Sirup, Marmeladen und Gelees oder zu Fruchtweinen oder Schnäpsen lassen sich Heckenbeeren verarbeiten.
Die Hecke als Lebensraum
Hecken gehören zu den artenreichsten Lebensräumen in unserer Kulturlandschaft. Eine alte Hecke besteht nicht selten aus 20 bis 25 Strauch- und Baumarten. Dazu kommen die zahlreichen krautigen Pflanzen, die am Rand der Hecke gedeihen. Bei einer Untersuchung des Naturhistorischen Museums konnten etwa 250 Pflanzenarten in luxemburger Hecken gefunden werden.
Noch weit mehr Tiere leben in der Hecke. Mehrere tausend verschiedene Tierarten wurden bei einer deutschen Untersuchung gezählt. Vielen dient die Hecke als Nahrungsquelle. Andere sind nur auf die Deckung und das günstigere Mikroklima von Hecken angewiesen. Wichtig ist für viele Arten eine gute Strukturierung der Hecke und vor allem die Dichte der Strauchschicht und natürlich der Blüten- und Fruchtreichtum. Neben der Hecke selbst ist ein gut ausgebildeter Krautsaum von Bedeutung.

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Neuanpflanzung von Hecken

Hecken
Vom SICONA-Westen neuangelegte Hecke im Bereich des "Palsbësch" bei Leudelingen einige Jahre nach der Pflanzung
SICONA-Westen pflanzt jährlich durchschnittlich über 2 km Hecken in seinen Mitgliedsgemeinden. Es wird insbesondere versucht, in ausgeräumten Landschaften zwischen großen Parzellen wieder eine bessere Strukturierung zu erreichen ( siehe auch Biotopverbund )
Bei der Pflanzung achtet der Zweckverband nicht nur auf eine Mischung einheimischer Arten, sondern versucht auch die Mengenverhältnisse der einzelnen Arten so zusammenzustellen, dass sie möglichst der Zusammensetzung natürlicher Hecken in der Region entsprechen.






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Heckenpflege

Hecken brauchen Pflege

Wie Äcker und Wiesen sind Hecken vom Menschen geschaffene Lebensräume und brauchen daher ebenso wie andere Elemente unserer Kulturlandschaft eine regelmäßige Pflege. Hecken, die nicht zurückgeschnitten werden, entwickeln sich unaufhaltsam in Richtung Wald, verlieren an Dichte und Artenvielfalt und können schließlich ihre vielfältigen Funktionen nicht mehr erfüllen.

Pflege, aber die richtige!

Die traditionelle Pflege besteht in einem radikalen Rückschnitt der Hecke, dem sogenannten "auf den Stock setzen". Die typischen Heckensträucher sind sehr gut an diese Art der Pflege angepaßt; sie zeichnen sich durch eine starke Stockausschlagfähigkeit aus und bilden aus den Wurzeln schnell neuen, gesunden Wuchs, der sich innerhalb von zwei bis drei Jahren wieder zu einer dichten Strauchschicht schließt.
Allerdings bedeutet das "auf den Stock setzen" eine extreme Veränderung für die Lebensgemeinschaft der Hecke: alle wichtigen Lebensgrundlagen, die notwendige Deckung und Nahrung sind für einige Monate oder Jahre verschwunden.
Eine andere Art der Heckenpflege, die erst durch moderne Maschinen ermöglicht wurde, ist der Schnitt mit einer Heckenschere oder einem Schlegelmäher. Dabei werden nur die jungen Äste seitlich und oben geschnitten. Auf den ersten Blick ist der Eingriff also viel weniger radikal.
Allerdings entstehen durch den Einsatz von Schlegelmähern lange, zerfaserte Schnittflächen, durch die Pilze in die Pflanze eindringen können und die die Hecke auf Dauer schädigen. Der Rückschnitt mit einer Heckenschere, die eine ebenso saubere Schnittfläche erzeugt wie eine Motorsäge, wird dagegen gut vertragen. Allerdings kann selbst der beste Schnitt die Überalterung einer Hecke nur verzögern, da der Unterbau der Hecke dabei nicht regeneriert wird. Irgendwann wird dann trotzdem ein totaler Rückschnitt erforderlich.

Stockhieb

Abschnittweiser Stockhieb über mehrere Jahre

Anforderungen an eine ökologische Heckenpflege


Eine ökologische Heckenpflege, wie sie SICONA seit Jahren betreibt, sollte folgende Punkte beachten:

Schlegelmäher sind ungeeignet für die Heckenpflege, ihr Einsatz sollte deshalb tabu sein.

Ein ein- bis zweijähriger Rückschnitt mit einer Heckenschere wird dort durchgeführt, wo die Hecke nicht zu sehr in die Breite wachsen darf, etwa an Wegen oder Einfahrten.

An allen anderen Stellen wird nur alle drei bis fünf Jahre geschnitten, da die meisten Heckenarten an zweijährigem Holz blühen und fruchten und daher bei allzu häufigem Rückschnitt die wichtigste Nahrungsquelle verloren geht.
       
Zeigt die Hecke Anzeichen von Überalterung, muss sie auf den Stock gesetzt werden. Um die Lebensgemeinschaft jedoch nicht zu stark zu stören, darf nur abschnittsweise auf den Stock gesetzt werden. Dabei werden über mehrere Jahre jeweils abwechselnde Abschnitte gekappt, damit immer ausreichende Rückzugsmöglichkeiten gegeben sind. Diese Prozedur erhöht auch die Strukturvielfalt der Hecke, da jeweils unterschiedlich dichte und hohe Heckenabschnitte vorhanden sind.
       
Beim auf den Stock setzen darf jedoch nicht alles zurückgeschnitten werden. Ein Teil der Gehölze verbleibt, damit einzelne Überhälter die Baumschicht der Hecke bilden können. Seltene und schlecht regenerationsfähige Straucharten werden ebenfalls geschont.

Der Heckenschnitt in den SICONA-Gemeinden

SICONA-Westen schneidet in all seinen Mitgliedsgemeinden regelmäßig jeden Winter Hecken. In vielen Gemeinden werden nicht nur die Hecken auf Gemeindegrund geschnitten, sondern auch Privathecken außerhalb des Bauperimeters. Pro Jahr werden mehrere hundert km Hecken maschinell geschnitten und etwa 10 km auf den Stock gesetzt.
Unter Mithilfe der Biologischen Station Westen werden zur Zeit Heckenpflegepläne für die Mitgliedsgemeinden erstellt, die eine systematische Heckenpflege mit einem mehrjährigen Schnittplan ermöglichen.

Heckenkataster
Auszug aus dem Heckenkataster der Gemeinde Küntzig

Heckenschnitt

Der maschinelle Heckenschnitt mit der Heckenschere wird vor allem dort eingesetzt, wo ein häufigerer Schnitt erfolgen muss, etwa an Wegen und Einfahrten.


Heckenschnitt

Die Verjüngung der Hecken erfolgt abschnittsweise. SICONA-Westen setzt für den Stockhieb eine Schere mit Entnahmegreifer ein, die an einem kleinen Kettenbagger betrieben wird. Durch den niedrigen Druck dieser Maschine werden Bodenschäden beim Heckenschnitt möglichst klein gehalten.


Heckenschnitt

Nach dem Schneiden wird das Schnittgut an den Parzellenrand transportiert und hier mit dem mobilen Großhäcksler gehäckselt. Das Material wurde bisher bei eigenen Pflanzungen eingesetzt oder an die Mitgliedsgemeinden abgegeben. In Zukunft soll das Häckselgut auch in Holzheizanlagen Verwendung finden. Zur Zeit sucht das Syndikat noch nach kommunalen Partnern, die entsprechende Hackschnitzelanlagen bauen wollen.

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