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Obstwiesen

Obstwiesen: Die Grüngürtel unserer Dörfer
Das Obstwiesenschutzprogramm
Neuanpflanzung von Obstwiesen
Unterhalt alter Obstbaumbestände

Obstwiesen: die GrÜngÜrtel unserer DÖrfer

Traditionell sind unsere Dörfer von Obstwiesen umgeben. Obst von eigenen Wiesen spielte in früheren Zeiten eine wichtige Rolle für die Ernährung der Landbevölkerung. In verschiedenen Gegenden wurden außerdem große Obstbaumbestände zur Schnaps- und Viezherstellung angepflanzt.
Auf diese Weise entstanden Obstbaumgürtel um die Dörfer, die noch heute einen großen Einfluss auf unsere Landschaft haben und eine harmonische Einbindung der Siedlungen in die Umgebung ermöglichen.
Alte Obstwiesen zeichnen sich durch eine große Sortenvielfalt aus. Die mehrere hundert Obstsorten, die heute noch in unseren "Bongerten" stehen, stellen ein wertvolles Kulturerbe dar.
Leider sind in den letzten Jahrzehnten viele Obstwiesen der Intensivierung der Landwirtschaft, der starken Bautätigkeit und der natürlichen Überalterung zum Opfer gefallen. Das Verschwinden der Obstwiesen hat nicht nur landschaftliche Wunden in den Ortsrandbereichen aufgerissen, vom Lebensraum Hochstammobstwiese hängt gleichzeitig das Überleben vieler Tierarten ab, die früher unsere Dörfer geprägt haben.

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HochstammobstbÄume: Lebensraum für viele Tiere

Obstwiesen bieten aufgrund ihres Blüten-, Früchte- und Insektenreichtums eine reiche Nahrungsgrundlage für viele Tierarten. Von noch größerer Bedeutung sind die zahlreichen Höhlen in alten hochstämmigen Obstbäumen, die als Wohnraum dienen.
Ein typischer Höhlenbewohner ist der Steinkauz, der früher häufig in Obstwiesen vorkam, inzwischen aber sehr selten geworden ist. Aber auch viele andere Vogelarten z.B. der Wendehals, verschiedene Spechtarten oder der Gartenrotschwanz leben in der Obstwiese. Auch Säugetiere, wie der Gartenschläfer oder verschiedene Fledermausarten bewohnen gerne Höhlen in alten Bäumen.
Viele dieser Arten sind inzwischen sehr selten geworden, weil durch das Verschwinden von alten Obstbäumen ihr Lebensraum immer knapper wird.

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Das Obstwiesenschutzprogramm

Flyer

Um das Überleben dieser Arten zu sichern und unsere Dorflandschaften wieder herzustellen, bemüht sich SICONA-Westen in Zusammenarbeit mit der Biologischen Station Westen seit Jahren intensiv um den Obstwiesenschutz. Zusammen mit den Mitgliedsgemeinden und der Bevölkerung wird versucht, die alten Obstbaumbestände zu erhalten und neue Obstwiesen anzupflanzen.
Gerade alte Bäume mit Höhlen sind für Tiere von großer Bedeutung. Deshalb ist die Pflege der alten Obstwiesen besonders wichtig. Früher wurden die Obstbäume regelmäßig gepflegt, heute sind viele schon seit Jahrzehnten nicht mehr geschnitten worden. Ein Pflegeschnitt erhöht die Lebenserwartung der Bäume. Zudem wächst einwandfreieres Obst an einem gepflegten Baum.
Durch die Anpflanzung neuer Obstwiesen werden Lücken geschlossen, die durch Bebauung oder das Absterben überalterter Bäume entstanden sind. In einigen Jahrzehnten werden unsere alten Bestände, die zum Teil mehr als 150 Jahre alt sind, verschwunden sein. Nur ein Nachpflanzen heute kann verhindern, dass dann innerhalb weniger Jahre der Obstbaum, dieses alte Kulturlandschaftselement, völlig verschwindet.
Im Auftrag der Gemeinden pflanzt SICONA-Westen deshalb Jungbäume sowohl auf öffentlichen Grundstücken, wie auch auf Privatgelände. Daneben gehört der Pflegeschnitt alter Obstbaumbestände zum jährlichen Programm. Zusätzlich werden verschiedene spezielle Artenschutzmaßnahmen durchgeführt. Auch die Beratung von Privatpersonen ist Teil des Obstwiesenschutzprogramms. Es werden Informationen und Unterstützung bei der Neuanpflanzung und der Pflege angeboten. Zudem werden jedes Frühjahr Obstbaumschnittkurse durchgeführt.

Im Rahmen des Obstwiesenschutzprogramms hat SICONA-Westen umfangreiches Infomaterial zusammengestellt, das kostenlos zur Verfügung steht.

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Neuanpflanzung von Obstwiesen

Obstwiesen

In Ehleringen (Gemeinde Sanem) wird eine neue Obstwiese in einer Viehweide angepflanzt. Wichtig ist dabei ein wirksamer Viehschutz. Obwohl ein guter Viehschutz aufwendig und teuer ist, rechnet er sich dennoch, da ansonsten durch Viehverbiss starke Verluste bei den jungen Obstbäumen auftreten.

SICONA-Westen hat in den letzten Jahren in seinen Mitgliedsgemeinden jährlich etwa 500 neue Obstbäume gepflanzt. Die Obstwiesen werden meist auf Privatgrundstücken (außerhalb des Bauperimeters) oft in Viehweiden angelegt. Die Kosten trägt im allgemeinen die entsprechende Gemeinde.
Bei der Pflanzung sind zahlreiche Faktoren zu beachten. So bringt SICONA-Westen immer einen Wühlmausschutz mit in den Boden ein, da in der Vergangenheit oft Verluste durch Wühlmäuse entstanden. Wichtig ist in Weiden auch ein guter Viehschutz, der oft mehr kostet als die Baumpflanzung selbst. Nach der Pflanzung ist zunächst ein Pflanzschnitt und in den Jahren danach ein regelmäßiger Pflegeschnitt notwendig, bis der Baum eine gute Krone aufgebaut hat. Danach erfolgen Unterhaltsschnitte in längeren Abständen.

Was die Sortenauswahl angeht, so spielt neben den Wünschen des Besitzers auch der Standort eine wichtige Rolle. Außerdem versucht SICONA-Westen alte und regionale Obstsorten wieder verstärkt anzupflanzen. Hierzu wurde umfangreiches Informationsmaterial zusammengetragen, das auch Privatleuten, die Obstbäume in ihrem Garten anpflanzen wollen, zur Verfügung steht.

Obstweisen

An einem neugepflanzten Baum in Belvaux (Gemeinde Sanem) wird der Pflanzschnitt durchgeführt.

Obstwiesen

Neugepflanzte Obstwiese in der Gemeinde Reckingen/Mess

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Unterhalt alter Obstbaumbestände

Obstwiesen

Alte Birnbäume, hier im Bongert Altenhoven bei Bettemburg, können ein sehr hohes Alter erreichen. Unterhaltsschnitte an solchen Bäumen helfen, die Substanz der Bäume zu erhalten und ein Absterben zu verhindern.
Das Naturschutzsyndikat führt regelmäßig Unterhaltsschnitte an alten Obstbäumen in seinen Mitgliedsgemeinden durch. Durchschnittlich werden mehrere hundert Bäume jährlich geschnitten. Schwerpunktgemeinden waren in den letzten Jahren Bettemburg, Dippach und Kehlen.

Obstbaumschnitt

Schnitt eines alten Obstbaumes in der Gemeinde Reckingen/Mess mit dem Hochentaster

 

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