Der Naturpakt

Gemeinden engagieren sich für den Schutz der Biodiversität!

2021 wurde der Naturpakt als Anreiz für mehr Natur- und Gewässerschutz auf lokaler Ebene vom Umweltministerium ins Leben gerufen. Außerdem soll der Naturpakt dazu beitragen, die Ziele des Nationalen Naturschutzplans (PNPN3), des Wasserbewirtschaftungsplans und des Klimaanpassungsplans zu erreichen.

Die Gemeinden haben einen Vertrag mit dem Umweltministerium mit einer Laufzeit bis 2030 abgeschlossen. Die Umsetzung des Naturpakts steht unter der Leitung der Klima-Agence. In den Naturpakt-Teams sind Vertreter des Schöffenrats, der Gemeindeverwaltung, der Förster sowie der zuständige Naturpaktberater vertreten. Sie bringen sich in die Planung und Umsetzung von Maßnahmen ein. Begleitet werden die Gemeinden vom Naturpakt-Berater, der regelmäßige Treffen, die Umsetzung und Bewertung der Maßnahmen koordiniert.

Von den 44 SICONA-Mitgliedsgemeinden haben sich 43 dem Naturpakt verschrieben, von denen 34 von SICONA beraten werden.

So funktioniert’s

Der Maßnahmenkatalog spielt eine zentrale Rolle im Naturpakt. Er enthält 79 Maßnahmen mit insgesamt 237 möglichen Punkten, die in sechs Kapitel aufgeteilt sind. Je nach Punktezahl können die Gemeinden einen Prozentsatz von 40 % (Basis), 50 % (Bronze), 60 % (Silber), 70 % (Gold) erzielen und erhalten eine entsprechende finanzielle Unterstützung des Umweltministeriums.

Den aktuellen Stand der Zertifizierungen je Gemeinde finden Sie hier: 

Themenbereiche

Der Naturpakt beruht auf einem Katalog von Naturschutzmaßnahmen in folgenden sechs Bereichen:

  • Naturschutz allgemein
  • Siedlungsraum
  • Offenland
  • Wasserschutz
  • Wald
  • Kommunikation und Kooperation

Was ist eine Maßnahme?

Naturschutz allgemein

Eine engagierte Lokalpolitik ermöglicht das Ausweisen von Schutzgebieten und sichert somit Naturschutzflächen.

Naturschutz im Siedlungsraum

Im Rahmen der naturnahen Grünflächen in Städten und Dörfern fördern z. B. heimische und pestizidfreie Wildstauden oder Wildpflanzensaatgut  insbesondere Bestäuberinsekten. Auch naturnahe Strukturen, wie Trockenmauern und Steinhaufen bieten einen wichtigen Lebensraum für Pflanzen- und Tierarten, wie Amphibien, Reptilien oder Säugetiere. Außerdem helfen Nisthilfen unseren Dorfvögeln bei der Aufzucht ihrer Nachkommen.

Naturschutz im Offenland

Umfangreiche Biotopkomplexe, von artenreichem Grünland über Landschaftsstrukturen bis zu Feuchtgebieten, unterstützen die Artenvielfalt. Die Erhaltung und extensive Bewirtschaftung erfolgt ohne den Einsatz von Dünger oder Pestiziden. Außerdem wird weniger oft und später gemäht. Alles zugunsten der Biodiversität. Zudem wird die Anlage und Renaturierung von Weihern sowie die Pflege von Landschaftsstrukturen ebenfalls im Naturpakt gewertet.

Wasserschutz

Auch die Renaturierung von Fließgewässern wird im Naturpakt anerkannt. Solche Projekte erlauben es, Bäche wieder in einen naturnahen Zustand zu versetzen, sodass sich zahlreiche Pflanzen- und Tierarten wieder ansiedeln können. Mit diesen Maßnahmen kann gleichzeitig das Überschwemmungsrisiko gemindert werden.

Naturschutz im Wald

In einem Naturwald werden ganze Teile des Waldes aus der Nutzung genommen und sich selbst überlassen, so dass wieder natürliche Prozesse entstehen, wie die Zersetzung abgestorbener Altbäume. Aber auch die naturnahe Waldbewirtschaftung ist eine umweltschonende Alternative zu schweren Forstmaschinen.

Kommunikation und Kooperation

Die Sensibilisierung der Öffentlichkeit zum Thema Naturschutz und Weiterbildungen für Gemeindemitarbeiter erhöhen die Akzeptanz und verankern die Maßnahmen auf lokaler Ebene. Die Gemeinden können zudem beschließen, mindestens 30 % der Lebensmittel in den Kindertagesstätten aus biologischer Landwirtschaft zu beziehen, was den Absatzmarkt für nachhaltige und lokale landwirtschaftliche Produkte erhöht.

Weitere Informationen:

Unser Naturpakt-Team

Kontakt

26 30 36 -36

Last update 09.09.2026

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