Hand in Hand: Partnerschaftlicher Erfolg

Naturschutz und Landwirtschaft: Gemeinsam mehr erreichen!

Das Naturschutzsyndikat SICONA setzt sich dafür ein, dass Natur- und Kulturlandschaft in enger, kooperativer Zusammenarbeit mit den Landnutzern erhalten werden. Dabei wird auf nachhaltige Weise Artenvielfalt gefördert sowie Lebensqualität geschaffen.

Extensive Nutzung mit Biodiversitätsprogrammen

SICONA fördert die extensive Nutzung landwirtschaftlicher Flächen in Form von Biodiversitätsverträgen und setzt sich für deren Honorierung über Prämien ein. Ein erfahrenes Team berät heute über 270 Landwirte zur bestmöglichen Nutzung von fast 2.000 ha Wiesen, Weiden und Biotopflächen und hilft bei Fragen zu vertraglichen Regelungen der Biodiversitätsprogramme. Diese sind eine echte Wertschätzung der Arbeit, die die Landwirte mit der extensiven Nutzung für die Artenvielfalt erbringen.

Entbuschung und Wiederherstellung von Grünland

Alljährlich führt SICONA Entbuschungen von meist hängigen Flächen durch, auf denen Gehölze überhand genommen haben, um die Flächen zur Nutzung wieder freizustellen. Zusätzlich werden Zäune errichtet, die die Beweidung mit Vieh ermöglichen. Die Landwirte gewinnen also wieder Nutzflächen dazu! Und für den Naturschutz bedeutet dies: Durch Renaturierungen entstehen artenreiche Wiesen, die wertvolle Ökosystemleistungen für das Allgemeinwohl erfüllen.

Nach Umsetzung der Renaturierungsarbeiten ist eine artenreiche Wiese entstanden, die der Bewirtschafter mit einem Biodiversitätsvertrag extensiv nutzen kann.

Fast 2.000 ha artenreiches Grünland sind in der SICONA-Region unter Biodiversitätsvertrag und werden extensiv von Landwirten genutzt. Die Beratung zu den Verträgen erfolgt durch SICONA.

Nisthilfen, Obstbaumpflanzung und Heckenschnitt

Nisthilfen für unsere bedrohten Dorfarten wie Schwalben oder Schleiereulen werden kostenlos montiert, kontrolliert und gesäubert. Weitere Nutzenaspekte stellen die Pflanzung und die Pflege von Obstbäumen dar. Das Obst kann genutzt werden und die Bäume spenden dem Weidevieh im Sommer Schatten. SICONA unterstützt die Landwirte auch beim Unterhalt der Hecken in ihren Parzellen. Die Funktionen der Hecken wie Wind- und Erosionsschutz werden so erhalten.

Nationale Projekte als Mehrgewinn für alle

Bei Natur genéissen erhalten Landwirte, die die Kriterien einer nachhaltigen Bewirtschaftung erfüllen, die Möglichkeit, ihre Produkte in Bildungseinrichtungen zu einem fairen Preis zu verkaufen – ein großer Absatzmarkt wurde erschlossen. Dafür erfüllen sie die Kriterien einer nachhaltigen Bewirtschaftung und fördern somit die Biodiversität. Auch beim Wëllplanzesom Lëtzebuerg, wo Wildpflanzen zur Saatgutproduktion angebaut werden, sind unsere Landwirte die Hauptakteure!

Landwirte berichten:

Zusammenarbeit, die sich lohnt – für Mensch und Natur!

Betrieb Jeff und Rick Thiry, Schouweiler

„Wenn ich über die Jahre zurückblicke, fallen mir viele Sachen ein, die SICONA bei uns für den Naturschutz gemacht hat. Wir sind von Anfang an bei Natur genéissen dabei und davon überzeugt. Wir haben dadurch einen großen Markt bei den Kindertageseinrichtungen bekommen und liefern unsere Milchprodukte dorthin. Im Rahmen des Projektes hat SICONA bei uns fast 50 Obstbäume gepflanzt, einen Weiher für Amphibien angelegt und auf einer Biodiversitäts-Weide einen Zaun ersetzt. Auch Nester für Rauchschwalben, eine Schleiereulenkiste, eine Röhre für den Steinkauz und Greifvogelwarten haben wir seitdem. Die Planung und Umsetzung davon hatte Hand und Fuß und war immer verlässlich, sodass wir auch in Zukunft gerne mit SICONA zusammenarbeiten.“

Karelshaff, Greg Colling, Colmar-Berg

„Ich bin im Natur genéissen mit unseren Hähnchen als Produkt dabei. Als Bio-Betrieb machen wir schon sehr lange Direktvermarktung, doch bietet sich mit dem Projekt ein breiter Absatzmarkt an, den wir nutzen wollen. Um noch einige Landschaftselemente auf unseren Flächen zu schaffen, hat SICONA auf unseren Flächen Obstbäume gepflanzt, die auch von ihnen geschnitten werden. Sie haben mich zudem gut beraten, da ich nun unsere schon seit Jahrzehnten extensiv genutzten Äcker in das „Schutzacker“-Programm vom Biodiversitäts-Reglement aufnehmen lassen kann und das lohnt sich finanziell. Alles in allem eine gewinnbringende Kooperation für uns und für die Natur, die uns als Bio-Betrieb auch sehr am Herzen liegt.“

Betrieb Frank Wagener, Feulen

„Die Zusammenarbeit mit SICONA kann ich nur als Win-Win Situation beschreiben. Ich habe über 20 ha Weideland unter Biodiversitätsvertrag, wo ich von SICONA immer gut beraten wurde. Darunter sind mit Schlehen verbuschte Hänge, die ich vorher nicht mehr nutzen konnte und von SICONA entbuscht wurden sowie ein Acker, der in Grünland umgewandelt wurde. Auch wurde ein gut ein Kilometer langer Zaun gesetzt. Meine Hecken werden im Winter von ihnen geschnitten – ein Service, auf den ich gerne zurückgreife. Ich bin froh, dass es diese Möglichkeiten für meine Flächen gibt und bin gerne bereit wieder ein Projekt mit SICONA umzusetzen.“

Betrieb Jo und Chris Leytem, Mamer

„Bereits unser Vater hat mit SICONA erste Biodiversitätsverträge abgeschlossen, die wir seit der Betriebsübernahme fortführen. Wir haben gut 5 ha unter Vertrag, auf denen wir Heu machen, das wir an unsere Rinder verfüttern. Vor ein paar Jahren hat SICONA zwei Flächen direkt neben unseren renaturiert. Diese beiden Wiesen bewirtschaften wir nun mit, haben auch Biodiversitätsverträge darauf abgeschlossen und machen dort Heu. Auf diese Weise haben wir Nutzflächen dazu bekommen, was für einen noch wachsenden Betrieb wie unseren natürlich sehr erfreulich ist. Die Zusammenarbeit hat bisher immer einwandfrei geklappt, die Mitarbeiter sind hilfsbereit und wir arbeiten sehr kollegial zusammen.“

Präsident Marc Rollinger (im Interview) und Vize-Präsident David L’Ortye von Wëllplanzesom Lëtzebuerg-Genossenschaft

„Als SICONA vor einigen Jahren auf mich zukam, war ich erst skeptisch. Wildpflanzenanbau für Saatgut? Das konnte ich mir nicht vorstellen. Ich bin doch neugierig geworden und hab‘ mir gesagt: Das wage ich. Mittlerweile baue ich rund 7 ha Wildpflanzen an. Beim Anbau, der nach ökologischen Kriterien abläuft, stoßen wir auf Gegebenheiten, die einen vor neue Herausforderungen stellen. Doch mit den Mitarbeitern vom SICONA-Team finden wir immer Lösungen. Unsere Genossenschaft hat schon 15 Mitglieder, die alle an einem Strang ziehen und sich gegenseitig unterstützen. Das Projekt zeigt, wie gut Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft und Naturschutz funktioniert.“

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