Seltene Amphibienarten:
Neben den Laichgewässern brauchen Amphibien geeignete Landlebensräume. Dabei sind die Entwicklung und Pflege naturnaher Strukturen wie Feldhecken oder Saumstreifen und eine enge Zusammenarbeit mit Landwirten zur extensiven Bewirtschaftung angrenzender Flächen unabdingbar.
Anlage eines neuen Amphibiengewässers in Steinfort. Foto: © SICONA
Seit vielen Jahren kümmert sich das Naturschutzsyndikat SICONA um die Anlage und den Unterhalt von Kleingewässern und hat in seinen Mitgliedsgemeinden mittlerweile mehr als 600 Weiher angelegt. Dabei werden alle Arbeitsschritte von SICONA abgedeckt, d. h. Auswahl geeigneter Standorte, Planung, technische Umsetzung, wissenschaftliche Begleitung. Mit dieser Arbeit wird ein wesentlicher Beitrag zur Förderung unserer heimischen Amphibienarten geleistet.
Amphibien-Lebensraum mit Laichgewässern und Landhabitaten. Foto: © SICONA
Selten gewordene und in ihrem Bestand gefährdete Amphibienarten wie Laubfrosch, Gelbbauchunke, Kreuzkröte und auch Kammmolch, der vergleichsweise noch häufiger vorkommt, erreichen die neu geschaffenen Lebensräume jedoch meist nicht selbständig. Aus diesem Grund betreibt SICONA für diese Arten Ansiedlungsprogramme, bei denen Larven bzw. Kaulquappen aufgezogen und gezielt in geeigneten Lebensräumen ausgesetzt werden.
Rufender Laubfrosch zur Paarungszeit. Foto: © Liza Glesener
Beeindruckende Erfolge hat das erste, seit 2012 laufende Ansiedlungsprogramm für den Laubfrosch vorzuweisen (Glesener et al. 2024). Mittlerweile hat sich nämlich eine vitale Laubfrosch-Population mit mehr als 800 rufenden Männchen in über 90 Gewässern in den SICONA-Gemeinden entwickelt. Auch beim Kammmolch hat sich der Aufwand gelohnt und der Kammmolch-Bestand hat sich in den SICONA-Gemeinden stabilisiert (Glesener et al. 2022).
Ansiedlung juveniler Gelbbauchunken bei Feulen. Foto: © SICONA
An diese Erfolge wollen wir anknüpfen: Für das Jahr 2026 sind Ansiedlungen der Gelbbauchunke und der Kreuzkröte geplant. Zur Aufzucht von Kreuzkröten-Kaulquappen wird in bestehenden luxemburgischen Populationen Laich der Art gesammelt. Die sich daraus entwickelnden Kaulquappen werden in Wasserbecken aufgezogen und kurz vor der Metamorphose in geeigneten Habitaten ausgesetzt.
Bei der Gelbbauchunke verhält es sich etwas anders: Erwachsene Tiere werden aus dem grenznahen Rheinland-Pfalz in der Aufzuchtstation des SICONA gehalten, wo sie sich fortpflanzen. Aus dem Laich werden Jungtiere aufgezogen, die anschließend ebenso in geeigneten Lebensräumen ausgesetzt werden. Dadurch soll die 2016 gegründete Gelbbauchunken-Population gestärkt und neue Vorkommen geschaffen werden.
Kreuzkröte am Laichgewässer. Foto: © Carsten Braun
Ohne Monitoring keine Ergebnisse
Die wissenschaftliche Beobachtung hält die Entwicklung der Ansiedlung fest und ermöglicht eine schnelle Reaktion, z. B. beim Flächenunterhalt.
Weitere Infos:
Last update 07.04.2026