Die Gemeinden engagieren sich für den Schutz der Biodiversität!
2021 wurde der Naturpakt als Anreiz für mehr Natur- und Gewässerschutz auf lokaler Ebene vom Umweltministerium ins Leben gerufen. Außerdem soll der Naturpakt dazu beitragen, die Ziele des Nationalen Naturschutzplans (PNPN3), des Wasserbewirtschaftungsplans und des Klimaanpassungsplans zu erreichen.
Die Gemeinden haben einen Vertrag mit dem Umweltministerium zur Umsetzung des Naturpakts, der unter der Leitung der Klima-Agence steht, mit einer Laufzeit bis 2030 abgeschlossen. In den Naturpakt-Teams sind in der Regel Vertreter des Schöffenrats, der Abteilung für Umwelt, der Förster sowie der zuständige Naturpaktberater vertreten, die sich in die Planung und Umsetzung von Maßnahmen einbringen. Begleitet werden die Gemeinden vom Naturpakt-Berater, der regelmäßige Treffen, die Umsetzung und Bewertung der Maßnahmen koordiniert.
So funktioniert’s
Der Maßnahmenkatalog spielt eine zentrale Rolle im Naturpakt. Er enthält 79 Maßnahmen mit insgesamt 237 möglichen Punkten, die in sechs Kapitel aufgeteilt sind. Je nach Punktezahl können die Gemeinden einen Prozentsatz von 40 % (Basis), 50 % (Bronze), 60 % (Silber), 70 % (Gold) erzielen und erhalten eine entsprechende finanzielle Unterstützung des Umweltministeriums.
Welche Maßnahmen zählen?
Das Gesetz zum Naturpakt, das am 30. Juli 2021 verabschiedet wurde, ist nach dem Modell des Klimapakts aufgebaut. Es beruht auf einem Katalog mit Naturschutzmaßnahmen in folgenden sechs Bereichen:
- Naturschutz allgemein
- Naturschutz im Siedlungsraum
- Naturschutz im Offenland
- Wasserschutz
- Naturschutz im Wald
- Kommunikation und Kooperation
Was ist eine Maßnahme?
Naturschutz allgemein
Eine engagierte Lokalpolitik ermöglicht das Ausweisen von Schutzgebieten und sichert somit Naturschutzflächen.
Naturschutz im Siedlungsraum
Zu den Maßnahmen, die im Naturpakt anerkannt werden, gehören naturnahe Grünflächen im Siedlungsraum. Hierzu werden im Idealfall heimische Wildstauden oder Wildpflanzensaatgut ohne Pestizide verwendet, die besonders Bestäuberinsekten fördern.
Auch naturnahe Strukturen, wie Trockenmauern und Steinhaufen bieten einen wichtigen Lebensraum für seltene oder gefährdete Pflanzen- und Tierarten, wie Amphibien, Reptilien oder Muttertiere. Außerdem helfen Nisthilfen unseren Dorfvögeln geeignete Plätze zur Aufzucht ihrer Nachkommen zu finden.
Naturschutz im Offenland
Umfangreiche Biotopkomplexe im Offenland, von artenreichem Grünland über Landschaftsstrukturen bis zu Feuchtgebieten, unterstützen die Artenvielfalt.
Die Erhaltung und extensive Bewirtschaftung von artenreichem Grünland erfolgt ohne den Einsatz von Dünger oder Pestiziden zugunsten der Biodiversität. Außerdem werden die Flächen weniger oft und später gemäht. Das Anlegen oder Renaturieren von Weihern und die Pflege von Landschaftsstrukturen werden ebenfalls im Naturpakt gewertet.
Wasserschutz
Auch die Renaturierung von Fließgewässern wird im Naturpakt anerkannt. Solche Projekte erlauben es, Bäche wieder in einen naturnahen Zustand zu versetzen, sodass sich zahlreiche Pflanzen- und Tierarten wieder ansiedeln können. Mit diesen Maßnahmen kann gleichzeitig das Überschwemmungsrisiko gemindert werden.
Naturschutz im Wald
In einem Naturwald werden ganze Teile des Waldes aus der Nutzung genommen und sich selbst überlassen, so dass wieder natürliche Prozesse, wie die Zersetzung abgestorbener Altbäume, ablaufen können. Aber auch die naturnahe Waldbewirtschaftung ist eine umweltschonende Alternative zu schweren Forstmaschinen.
Kommunikation und Kooperation
Die Sensibilisierung der Öffentlichkeit zum Thema Naturschutz und Weiterbildungen für Gemeindemitarbeiter erhöhen die Akzeptanz und verankern die Maßnahmen auf lokaler Ebene.
Die Gemeinden können zudem beschließen, dass mindestens 50 % der Lebensmittel in den Kindertagesstätten aus biologischer Landwirtschaft stammen sollen, was auch den Absatzmarkt für eine pestizidfreie landwirtschaftliche Produktion erhöht.
Weitere Informationen zum Naturpakt:
Last update 20.08.2026