Steckbrief Laubfrosch (Hyla arborea)

  • Erkennungsmerkmale: 3-5 cm groß; leuchtend grün gefärbt; an den Seiten oft weiß oder cremefarben umrahmt mit braunem Streifen von den Augen bis zu den Schenkeln; intensiver und weithin hörbarer mehrfach-kontinuierlicher Paarungsruf im Frühling
  • Lebensraum: Wasserlebensraum: stehende, besonnte, reich strukturierte und fischfreie Stillgewässer mit Unterwasservegetation;
    Landlebensraum: Hochstaudenfluren, Gestrüpp, Gebüschsäume, Hecken, Feldgehölze, Waldränder extensives, artenreiches Grünland
  • Lebenszyklus & Fortpflanzung: zwischen April und Juni wandern Laubfrösche zu ihren Laichgewässern, wo sie ihre Laichballen ablegen;
    nach der Metamorphose führen sie ein Leben zwischen Wasser und Land, sind aber auf strukturreiche Landschaften angewiesen
  • Gefährdung: Rückgang von Kleingewässern und Feuchtgebiete; Zerschneidung von Lebensräumen und Verschlechterung der Wasserqualität

Der Laubfrosch: Vor dem Aussterben bewahrt

Der Laubfrosch (Hyla arborea) fällt mit einer Körpergröße von nur 3 bis 5 cm vor allem durch seine leuchtend grüne Färbung auf und ist obendrein unsere einzige Amphibienart, die gut klettern kann. Entlang der Körperseiten verläuft meist ein weißer oder cremefarbener Streifen, der von einem braunen Band begleitet wird und sich von den Augen bis zu den Schenkeln zieht. Besonders im Frühling macht sich der Laubfrosch durch seinen intensiven, lauten Paarungsruf bemerkbar, der über weite Distanzen zu hören ist.

Der Laubfrosch ist auf vielfältige, strukturreiche Landschaften angewiesen. Zur Fortpflanzung benötigt er stehende, besonnte und fischfreie Stillgewässer mit einer reichen Unterwasservegetation. Tagsüber und außerhalb der Laichzeit hält er sich in Hochstaudenfluren, Gestrüpp, Gebüschsäumen, Hecken und Feldgehölzen auf. Auch extensiv genutztes, artenreiches Grünland und Waldränder spielen eine wichtige Rolle als Landlebensräume.

Zwischen April und Juni wandern die Laubfrösche zu ihren Laichgewässern. Dort legen die Weibchen mehrere kleine Laichballen ab, aus denen sich die Kaulquappen entwickeln. Nach der Metamorphose verlassen die Jungfrösche das Wasser und führen ein Leben zwischen Land und Wasser.

Gefährdung & Herausforderungen

Der Rückgang von Feuchtgebieten und Kleingewässern, die Verschlechterung der Wasserqualität, intensive Landnutzung und die Zerschneidung von Lebensräumen haben zum starken Rückgang des Laubfroschs geführt. Während der Laubfrosch zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch in ganz Luxemburg verbreitet war, ergaben die Zählungen von 2011 nur noch ein Vorkommen im Raum Remich. Dies diente SICONA als Anlass, ein Artenschutzprogramm zu initiieren.

Schutzmaßnahmen

Als „wanderfreudige“ Art kann der Laubfrosch schnell neue Gewässer besiedeln – vorausgesetzt, sie sind für ihn geeignet und erreichbar. Da er den größten Teil seines Lebens an Land verbringt, müssen auch die umgebenden Lebensräume seinen Ansprüchen genügen. Durch die zunehmende Fragmentierung sowie dem Rückgang von Feuchtgebieten und Gewässern wird dies jedoch immer schwieriger. Umso wichtiger sind Trittsteinbiotope und hochwertige, miteinander verbundene Lebensräume.

Gewässerneuanlage und deren Unterhalt

Zu diesem Zweck legt SICONA jährlich zahlreiche neue Gewässer an und renaturiert verlandende Kleingewässer. Die Gewässer benötigen Amphibien für ihre Reproduktion. Jedoch ist nicht nur das Anlegen solcher Gewässer wichtig, sondern insbesondere auch deren kontinuierlicher Unterhalt. Ist dieser nicht gewährleistet, ist ein erneuter Einbruch der Amphibienpopulationen nicht auszuschließen.  Zudem werden im Rahmen des Vertragsnaturschutzes Landwirte dazu motiviert, ihre Flächen extensiv – ohne Einsatz von Dünger und Pestiziden – zu bewirtschaften und Biodiversitätsverträge abzuschließen. SICONA berät dazu die Landwirte.

Ansiedlung der Art

Ein weiteres wichtiges Element ist das Wiederansiedlungsprogramm von SICONA. Hierbei werden Laichballen vom Laubfrosch aus Spendergewässern entnommen, Kaulquappen aufgezogen und anschließend in ausgewählten Gewässern freigelassen. Da die erste Wiederansiedlung (2012-2014) sich als äußerst erfolgreich erwies, wurde die Ansiedlung in den Folgejahren fortgeführt.

Dank dieser gezielten Gewässeranlage und Pflege sowie des Wiederansiedlungsprogramms ist der Laubfrosch heute wieder an bisher über 90 Gewässern in den SICONA-Gemeinden mehr oder weniger regelmäßig anzutreffen. Um sicherzustellen, dass die neu gegründete Population auch langfristig stabil bleibt und mögliche Gefahren frühzeitig erkannt werden, wird ein jährliches Monitoring durchgeführt. Die letzte Erfassung im Jahr 2025 ergab zwischen 600 und 1.000 rufende männliche Laubfrösche – ein großartiger Erfolg für den Artenschutz!

Zum Inhalt springen