Die Mehlschwalbe

Über Jahrhunderte hat die Mehlschwalbe, zusammen mit der Rauchschwalbe, das Sommer-Bild unserer Dörfer bestimmt. Ihre Flugkünste bei der Insektenjagt über dem Dorf, ihr Gezwitscher auf Hausdächern und ihre kugelförmigen Lehmnester an den Hausfassaden waren immer präsent. Doch heute hat die Art zunehmend Probleme Brutplätze zu finden und ihre Jungen erfolgreich aufzuziehen.

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Steckbrief Mehlschwalbe (Delichon urbica)

Erkennungsmerkmale    Bürzel (obere Schwanzpartie), Bauch und Kehle reinweiß; Kopf, Rücken und Schwanz bläulich-schwarz. Gekerbter Schwanz ohne Spieße (schmale Schwanzanhänge)

Lebensraum                   Dörfer und größere Ortschaften, meist aber ländlich geprägt

Brutplatz                        An Gebäuden mit heller Fassade unter Gesimsen und in Fensternischen

Gefährdung                   Modernisierung von Gebäuden, aktive Hinderung am Nestbau, Mangel an Nistmaterial (Lehm)

Die gesellige Nachbarin

Ursprünglich ein Bewohner von Felswänden, fühlt die Mehlschwalbe sich schon seit langem in unseren Dörfern heimisch. Ihr kugelförmiges Lehmnest baut sie meistens unter Dachgesimsen an den Außenwänden von Gebäuden und zieht dort mehrere Bruten pro Jahr groß. Am liebsten brüten die geselligen Tiere in größeren Kolonien. Sie fliegen regelmäßig ihre Nester an, um ihre Brut zu füttern und sind daher für jeden Interessierten leicht zu beobachten. Auch in direkter Nachbarschaft fühlen sie sich durch unsere Präsenz wenig gestört.

Täglich jagt dieser aktive Vogel Fluginsekten und befreit uns so unter anderem von lästigen Mücken. Mitte April kehrt die Mehlschwalbe aus Afrika zu ihrem angestammten Nest zurück, das sie je nach Zustand wieder nutzt, ausbessert oder ganz erneuert. Dabei bevorzugt sie Brutplätze in der Nähe von Gewässern, da hier die Versorgung mit Insekten leichter sicherzustellen ist. Nach der Brutperiode im September zieht sie wieder in den Süden.

Die Mehlschwalbe braucht Hilfe

In unserer Gesellschaft sinkt die Akzeptanz gegenüber Wildtieren in direkter Nähe immer mehr, insbesondere wenn sie, wie die Mehlschwalbe, auch schon mal eine Fassade beschmutzen. Häufig werden die Tiere aktiv verjagt, am Nestbau gehindert oder sogar die Nester zerstört. Zudem verringern die modernen glatten Fassaden die Haftung der Lehmnester. Begonnene oder sogar fertig gebaute Nester fallen dann einfach herunter. Durch die zunehmende Versiegelung unserer Ortschaften hat die Mehlschwalbe auch immer mehr Probleme überhaupt noch Lehm für den Bau ihrer Nester zu finden. Weil die Insektenbestände allgemein durch Umweltgifte und Lebensraumverlust in den letzten Jahrzehnten extrem abgenommen haben, stellt auch die Ernährung zunehmen ein Problem für die Mehlschwalbe dar. Insbesondere während der Jungenaufzucht muss ausreichend Nahrung verfügbar sein, sonst verhungern die Jungtiere.

An erster Stelle des Schutzprogramms steht die Sicherung und Förderung bestehender Mehlschwalben-Kolonien auf der Basis von Bestandaufnahmen in den einzelnen Gemeinden. Aber auch das Anbringen von neuen Kunstnestern an geeigneten Fassaden ist ein wichtiges Ziel. Es gibt hier Alternativen den Schwalben ein Überleben zu ermöglichen, ohne eine verschmutzte Fassade akzeptieren zu müssen!

Wie können Sie helfen?

Sie können uns helfen die Mehlschwalbe zu schützen!

  • Legen Sie einen Gartenweiher an. Er liefert der Mehlschwalbe Lehm für den Nestbau und ein gutes Jagdgebiet, besonders in Schlechtwetterperioden;
  • Lassen Sie an Ihrem Haus Kunstnester für die Mehlschwalbe anbringen. Wir helfen Ihnen dabei.

Welche Bedingungen muss ihr Haus erfüllen?

  • Fassade und Gesims möglichst hell;
  • Südost- oder Ostexposition;
  • Freier Anflug für die Mehlschwalbe;
  • Am besten Mehlschwalben-Vorkommen in der Nähe.

Wie sehen die Schutzmaßnahmen konkret aus?

Kunstnester für die Mehlschwalbe können sowohl an älteren Gebäuden, als auch an Neubauten angebracht werden. Richtig angebrachte Kunstnester werden problemlos von der Mehlschwalbe angenommen und über viele Jahre genutzt. Bei den Kunstnestern ist die Beschmutzung der Fassade geringer, da die Ausgänge etwas weiter von der Mauer entfernt sind als bei Naturnestern. Es besteht aber auch zusätzlich die Möglichkeit ein Kotbrett, sowohl unter Kunst- als auch Naturnester anzubringen, um die Fassade vor Verschmutzung zu bewahren. In den SICONA-Mitgliedsgemeinden werden diese Maßnahmen von uns gratis durchgeführt.

Beispiele von Schutzmaßnahmen für die Mehlschwalbe


SICONA-Mitarbeiter zusammen mit der Feuerwehr von Düdelingen beim Anbringen eines Mauerseglerbrutkastens am Feuerwehrturm.

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